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Winkelzirkel Große Öffentlichkeitsveranstaltung zum Thema „Toleranz zwischen den Religionen“.

Wenn man eine für die Öffentlichkeit attraktive Veranstaltung anbieten will, dann braucht man einen zugkräftigen Redner und eine stilvolle Umgebung. Man muss aber auch in der Lage sein, einen großen Saal mit Publikum zu füllen. Für eine kleine Loge wie „Albrecht Wolfgang“ mit nur 26 Mitgliedern ist das nur möglich, wenn man sich mit einer anderen Loge verbindet; in diesem Falle mit der Loge „Friedrich zum weißen Pferde“ (130 Mitglieder) in Hannover.

Pierre Castagnet, Meister vom Stuhl der Loge „Albrecht Wolfgang“ in Stadthagen, konnte mit Professor Dr. phil., Prof. Dr. theol. Peter Antes einen attraktiven Redner und Sachkenner für das Thema „Toleranz zwischen den Religionen“ gewinnen. Als Ort für die Veranstaltung wurde die Stadt Wunstorf, die zwischen Stadthagen und Hannover liegt, gewählt und als Raum für die Veranstaltung und gut passend zu dem Thema, wurde ein stilvoller Saal in der alten Abtei Wunstorf gefunden.

Mehr als 100 Besucher füllten den Saal schon lange vor Beginn der Veranstaltung und zeigten den Initiatoren, dass das Thema eine breite Öffentlichkeit und natürlich auch die Logenmitglieder interessiert. Professor Antes, der länger als eineinviertel Stunden das Thema freisprechend behandelte, schlug die Zuhörer in seinen Bann. Er hatte als Sachkenner der Materie und der Religionen der Welt das Thema global angelegt. Er machte darauf aufmerksam, dass vor allem die drei monotheistischen Religionen eine fehlende Toleranz sowohl in ihrer Geschichte als auch teilweise in der Gegenwart aufweisen. Wer für sich beansprucht, dass er allein die richtige Glaubenslehre vertritt und wohl möglich auch einen missionarischen Anspruch hat, kann nicht wahrhaft tolerant gegenüber anderen Religionen sein. Tod den Ungläubigen gab es nicht nur im Islam, sondern auch im Christentum, obgleich die heiligen Bücher beider Religionen auch entgegengesetzte Aussagen machen. Eine stringente Rationalität konnte Professor Antes bei den drei monotheistischen Religionen nicht ausmachen.

Bei den asiatischen Religionen ist dagegen der Toleranzgedanke viel stärker verankert. Taoismus, Hinduismus und Buddhismus (soweit man ihn überhaupt zu den Religionen zählt) predigen keinen Alleinvertretungsanspruch und sind deshalb toleranter als die monotheistischen Religionen. Gleichwohl gibt es auch bei diesen Religionen Akte der Intoleranz.

In der Diskussion wurde vor allem auf den Toleranzgedanken der Freimaurerei eingegangen. Mit dem „Großen Baumeister aller Welten“ wurde in der Freimaurerei eine übergreifende Formel gefunden, der auch Anhänger unterschiedlicher Konfessionen und Religionen zustimmen können. Die Mitgliedschaft in der Freimaurerei, die von der katholischen Kirche immer noch als schwere Sünde angesehen wird, zeugt nicht gerade von Toleranz dieser Kirche. Was die zukünftige Entwicklung der Toleranz auf der Welt angeht, machte Professor Antes einige skeptische Anmerkungen. Das sollte uns Freimaurer anspornen, in der Öffentlichkeit stärker für die Verbreitung des Toleranzgedankens nicht nur zwischen den Religionen einzutreten.

Die Veranstaltung in Wunstorf hat gezeigt, dass freimaurerische Themen durchaus für eine breite Öffentlichkeit interessant sind. Außerdem ist die Veranstaltung ein gutes Beispiel dafür, dass sich Zusammenarbeit zwischen den Logen lohnt. Es ist jedenfalls geplant, diese Zusammenarbeit in Zukunft fortzusetzen. Zusammen sind wir stark.